17 mal angekommen an unbekannten, neuen Orten. Immer auf der Suche nach einem Schlafplatz. Mal angemeldet, mal nicht. Viel zu häufig Nachts gefahren. Selbst auf dem Seitenstreifen von Autobahnen laufen hier Leute im Dunkeln achtlos auf und ab. Aus dem Dunkel erscheinen in letzter Sekunde Schlaglöcher, die an große Waschbecken erinnern und zu umkurven sind. Teilweise kleinen Canyons gleichen. Wir planlos und gestresst. Oftmals angewiesen auf sehr kurzgehaltene Wegbeschreibungen aus Reiseführern ohne Strassenkarte. Schliesslich dann doch glücklich und erleichtert das Ziel erreicht und sich zunehmend routinierter vorgestellt.
Man kann sagen was man will, aber die erste Nacht an fremden Orten ist immer etwas Besonderes. Auch wenn wir angekündigt waren bei Personen, die uns einen Job in Aussicht stellten, war die Situation nicht immer klar. Sich in unbekannten Strassen zu bewegen und sich auf fremde Menschen verlassen zu müssen, und zugleich deren Unsicherheit – war meine Entscheidung die zwei einzuladen die richtige – zu spüren ist spannend und interessant zu gleich. Zwischen der ersten Nacht in Kapstadt, in der wir zur später Stunde ankamen und mit dem Taxifahrer ein halbe Ewigkeit auf der Suche nach dem richtigen Haus waren, und der Ankunft in dem sehr chaotischen Maputo, das wir im Dämmerlicht erreichten und uns blindlinks („vom Gefühl her würd’ ich links fahren“) in das Strassengetümmel warfen, gab es viele Momente dieser Art. Aber die Unbehaglichkeit wich spätestens am nächsten Morgen dem Interesse auf Neues. Und bis jetzt sind wir noch überall angekommen…
Zwischenzeitlich ist der Schwamm aber auch mal voll. Dann ist die Zeit des entspannten Herumsitzens in einer gemütlichen Couch eines Backpackers (Jugendherberge mit meist optionaler Selbstverpflegung und Aktivitäten, nur 1000 mal besser) angesagt. Mit Laptop, Buch, Bier(, Tee), Zeichenblock in abwechselnder Reihenfolge. Doch nicht zu lang! Der nächste Ort, Mensch, Ausflug, Job, die nächste Aufgabe, Bar, Geschichte, Region, Stadt, Kultur, das nächste Erlebnis, Missverständnis, Problem und dessen Lösung warten schon auf dich. Dabei vergisst man eines aber nie: Deine Leute daheim tun das auch. ƒa


6 comments
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Juli 26, 2008 um 7:39
Hermann
Vielen Dank für diesen Aufsatz. In wenigen Sätzen wird hier ein tiefer Einblick vermittelt und die ganze Spannung dieser Reise überträgt sich. Gänsehaut! Leben ist in jeder Reflexion noch mal so schön..
Juli 26, 2008 um 8:05
Gisela Filss
Irgendwie habe ich mir Euer Abenteuer schon vorgestellt. Aber jetzt kann man sich hinein fühlen. Ich empfinde Euere Reisebeschreibung ganz intensiv mit. Spannung, Entspannung, Erfolg, Eingewöhnung, meist nette Leute, Abschied, gefährliche Reise, in etwa dieser Reihenfolge stelle ich mir Euer kreatives Abenteuer vor. Wir reisen in Gedanken mit Euch.
Juli 27, 2008 um 8:31
Elke
zitat nil: ich bin neidisch ich will auch so viel erleben!
!
zitat elke: das ist mal ein richtig schöner bericht, ich will mehr berichte
zitat nil: da kommt fernweh auf….
zitat elke: ja…. schmacht ….
zitat nil: ich glaub ich plan mal meine nächsten Ziele…und wir freuen uns schon alle auf deine Rückkehr Thomas!!!! und grüße auch an dich Fabian, hab dich ja jetzt schon auf dem Foto gesehen, das elke dauernd mit sich rumträgt! *witzle*
zitat elke: 15. september, juhe, ja da wirds schee! aber bis dahin genießt noch die spannungs- und erfahrungsreiche zeit!
Juli 27, 2008 um 9:01
Ebi
Ja, Ihr seid die wahren Historiker, im ursprünglichen Sinne: Erkunder der Kulturen, der Länder und der Menschen. Vergiss Peter Scholl-Latour. Ha!
Samt Euren Arbeiten macht Ihr diesen Trip zu einem sozio-ästhetischen Erlebnis für alle „Weltbürger“ (Obama).
Comme il faut! – Grüße: Ebi
PS: Hiermit bestelle ich zwei Dutzend Mama-Tofu-T-Shirts (Größen L-XXL, Farbe schwarz und weiss) Danke!
Juli 27, 2008 um 9:12
Ebi
Ja, Ihr seid die wahren Historiker im ursprünglichen Sinne: Erkunder der Kulturen, von Land und Leutz. Vergesst Peter Scholl-Latour. Ha!
Samt Euren Arbeiten macht Ihr diesen Trip zu einem sozio-ästhetischen Erlebnis für alle „Weltbürger“ (Obama).
Comme il faut!
PS: Hiermit bestelle ich schonmal zwei Dutzend Mama-Tofu-T-Shirts (Größen L-XXL, Schwarz und Weiss) Danke!
August 3, 2008 um 6:27
marije
Heee Fabian und Thomas!
Ich bin wieder zuruck im Holland. Und ich spreche keine Deuts, darum gehe ich verder in Engels. I just arrived home and am hooked on Panorama maker and photoshop! Thanks for this new addiction
-there wors ones-
Are you already in Tofo paradise? Hope so. Spend some time scuba diving, I tried it in Durban the week before departure and I totally liked it!
Anyway, hope the king of Swaziland replied and that the car and you guys are fine. Cheers from Holland im regen